dadaBLUES JOE my first selfmade guitar 1963 Blues Implosion
Blues wird ja gerne als eine besonders seelenvolle Erzähler-Musik gesehen, in deren Geschichten sich das Leiden an der ungerechten Welt ausdrückt (oder wahlweise die Lebensbejahung trotz ungerechter Welt - weil es dann ja doch meistens ums Ficken geht.) Ursprünglich natürlich das Leiden der amerikanischen Schwarzen; aber auch als bluesrocksozialisierter Oberstudienrat, dessen verbeamtetes, rentenversichertes Leiden an der Welt man ja eher als gering veranschlagen dürfte, kann man durch das Abnudeln klassischer Standards mit der Hobbyband immerhin zum Ausdruck bringen, dass man sich in diese Geschichten hineinversetzen kann. Dass man nicht blind ist für das Schlechte in der Welt. Dass man die alten Ideale - aus der Zeit, als man sich die entsprechenden Platten gekauft hat - nicht vergessen hat. (Als koksender Hollywoodkomiker kann man es übrigens auch, siehe Blues Brothers.)
Diese Art Coverbands gibt es immer noch, und John Lee Hooker ist tot. Das schreit zum Himmel. Und es ist erstaunlich, dass diese Leute sich mit ihrem Blues und seinen immergleichen nachgesungenen Geschichten noch nicht zu Tode gelangweilt haben.
Warum machen sie nicht mal eigene Songs?

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